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Was passiert mit unserem Müll? HOLY PIT zu Besuch bei der MA 48 Deponie Rautenweg

Von Alwina Angermaier am
Müllabfuhr auf dem Weg zu Mülldeponie

Was genau geschieht mit unserem Abfall? Wie viel bringt Mülltrennung wirklich? Und was können wir alle tun, um Recycling so einfach wie möglich zu machen? Diese Fragen haben sich bestimmt viele schon das ein oder andere Mal gestellt. So auch unser Team. Wir von HOLY PIT beschäftigen uns täglich mit den Themen Recycling und Vermeidung von Einwegplastik. Aus diesem Interesse heraus haben wir mit der MA 48 in Wien einen Besichtigungstermin für die Mülldeponie im Rautenweg vereinbart. Was wir vor Ort erlebt haben, möchten wir euch in diesem Artikel berichten. 


Unsere Vorurteile…

Zugegeben, wir hatten anfangs einige Vorurteile. Bei dem Wort “Mülldeponie” kamen uns vor allem graue, stinkende Berge aus Abfall und laute Maschinen in den Sinn. Nicht so im Rautenweg, hier wurden wir nämlich wirklich positiv überrascht. Aber lies selbst. 


… und was dahinter steckt 

Bei unserer Ankunft waren wir zunächst etwas verwirrt, denn was uns dort erwartete, entsprach ganz und gar nicht unseren Vorstellungen. Die Mülldeponie wirkte sehr sauber und ruhig und… gehörte der grün bewachsene Berg im Hintergrund hier etwa auch dazu?!

Zuerst einmal wurden wir dann von Deponieleiter Herr Reiselhuber freundlich empfangen. Nachdem er uns anhand einer Landkarte grob die Struktur der Anlage erklärt hatte, durften wir eine Rundfahrt über das Gelände machen. Dabei staunten wir nicht schlecht, denn tatsächlich begegneten uns schon bald grüne Landschaften. Während eines kurzen Aufenthalts hat uns Herr Reiselhuber dann die Funktion der Deponie genauer erklärt. 


Die Mülldeponie ist geometrisch aufgebaut 

Der Leiter der Mülldeponie im Rautenweg bezeichnet diese als “Rückgrat der Wiener Abfallwirtschaft”. Die Deponie ist geometrisch aufgebaut, das bedeutet, es werden Schichten “aufeinander gestapelt” und so entsteht ein Berg. Aktuell ist dieser etwa 30 Meter hoch, die geplante maximale Höhe liegt bei etwa 70 Metern. Der untere Teil, der “weiche Kern” des Berges, besteht aus Hausmüll, Sperrmüll und dergleichen. In den 1970er Jahren hat man Müll in dieser Form dort abgelagert. 

Die obere Schicht wird mit einer moderneren Technik erzeugt. Es handelt sich um sogenannten Schlackenbeton. Hierfür werden Verbrennungsrückstände mit Zement stabilisiert und wieder in die Erde eingebaut. So soll auf dem Schlackenbeton neue Flora und Fauna entstehen. Und das scheint zu gelingen: Auf der Mülldeponie im Rautenweg grünt und blüht es, wie man das sonst nur von Spaziergängen in der Natur kennt. Der Gasmotor für das Deponiegas erfüllt zudem zwei weitere Funktionen: Zum einen liefert er Energie für Wiener Haushalte. Zum anderen erzeugt er Wärme für das angrenzende Tierquartier. Dieses nimmt sich herrenloser Haustiere an. 

Auffe aufn Berg

Als es schließlich bergauf ging, konnten wir nicht mehr weiterfahren. Also haben Herr Reiselhuber und wir, das HOLY PIT Team, den Rest des Weges zu Fuß bestritten. Während des Aufstiegs hat uns der Deponieleiter erklärt, wie sich der Klimawandel bereits auf die Anlage auswirkt. Noch vor 15 Jahren sei auf der Deponie eine Bewässerung an maximal 90 Tagen im Jahr vorgesehen gewesen, dies sei mittlerweile jedoch undenkbar. 

Das Interview am Gipfel

Oben angekommen durften wir erst einmal einen atemberaubenden Ausblick über Wien genießen. An einem wolkenlosen Tag wie diesem konnte man sogar bis zum Stephansdom sehen. Ebenfalls faszinierend: Dort oben sind uns sogar Ziegen, ein Hase und ein Reh begegnet! Im Anschluss durften wir Herrn Reiselhuber ein paar Fragen stellen. Dabei hat er unter anderem betont, dass wir als Verbraucher den größten Beitrag zum Recycling leisten können, indem wir den Müll wirklich sortenrein getrennt sammeln. In diesem Fall können die Materialien einer getrennten Verwertung zugeführt werden. Wusstet ihr übrigens, dass nicht vollständig entleerte Deo-Spraydosen in den Sondermüll gehören und sogar explodieren können? Auf die abschließende Frage, in welcher Situation er so richtig ins Schwitzen kommt, antwortet der Deponieleiter schmunzelnd: “Wenn ich diese 30 Höhenmeter raufrennen muss!” 

Unser Ausflug zur Mülldeponie Rautenweg war für das gesamte HOLY PIT Team eine spannende Erfahrung. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei Herrn Reiselhuber und der ganzen MA 48 für ihre Arbeit und die interessanten Einblicke bedanken. Wenn du das Interview mit dem Deponieleiter in voller Länge sehen willst, schau doch auf unserem Instagram vorbei. 

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